Der Ozean in Dir - Freediving als Reise zu sich selbst

Freediving, Seatrekking und die Kraft des Ozeans: DAVOSA Markenbotschafter und Apnoetaucher Nik Linder nimmt uns mit auf eine Reise entlang der kroatischen Küste. Zwischen Freediving, Flowdiving und minimalistischer Naturerfahrung geht es um die Verbindung von Mensch, Ozean und innerer Ruhe – und darum, wie die Natur dabei hilft, sich selbst und das Wesentliche neu zu entdecken.

 

Autor: Nik Linder, weltweit renommierter Apnoetaucher und DAVOSA Markenbotschafter

 

Ein Zitat von Jacques Mayol lautet: „Ein Apnoetaucher schaut sich keine Dinge an, er schaut nach Innen“. Mayol, der im Film Im Rausch der Tiefe ein würdiges Denkmal gesetzt bekam, beschreibt darin den inneren Dialog während eines Apnoetauchgangs.

Ich habe in meiner mehr als zwanzig Jahre langen Apnoezeit die unglaublichsten Begegnungen unter Wasser gehabt, Wale, Haie, Delfine, Orcas, Mantas und und und (siehe Blogbeitrag "Tanzen mit Tigerhaien" und "Freediving in Norwegen").

 

Hätte ich hier nur nach innen geschaut, dann wäre mir ganz schön was entgangen. 

Doch auch wenn man den Blick in das Auge eines Wales wahrscheinlich niemals vergisst, so sind die Reisen nach Innen mindestens genauso erfüllend für mich.

Es gibt den Begriff der ozeanischen Selbstentgrenzung. Ein Gefühl sich aufzulösen und mit der Welt zu verschmelzen. Eine fast wortgleiche Erklärung dazu liefert der Sanskrit Begriff „Samadhi“ aus dem Yoga. Ein Einheitsgefühl, welches in tiefster Meditation entsteht und als Erleuchtung bezeichnet wird. Geht man dem Begriff auf die Spur, so kommen mehrere Interpretationen infrage: Ich bin in einer so tiefen Meditation, dass sich für mich die Grenzen zwischen mir, meinem Geist und Körper und meiner Umgebung auflösen. Ein Gefühl, welches in einem Floating Tank oder beim Zeittauchen bzw. Relaqua entstehen kann. Oder aber das Gefühl welches entsteht, wenn man in einem riesigen Ozean treibt und sich scheinbar darin verliert.

 

Im September geht es jedes Jahr nach Kroatien zum Seatrekking, die reduzierteste Art des Reisens.

Eine wasserdichte Tasche enthält nur minimales Equipment, gerade soviel, wie man wirklich zum Überleben in der Wildnis braucht. Schlafsack, Matte, Kocher, Nahrung, Geschirr und Kleidung. So schnorchelt man die Küstenlinie entlang und spürt sehr schnell ein Gefühl von Freiheit und Verbundenheit mit der Natur. 

Reduktion bedeutet auf Unnützes zu verzichten. Wer wenig braucht, hat das Gefühl unabhängiger zu sein, was das Selbstwirksamkeitsempfinden verbessert.


Vieles, was uns im Alltag wichtig ist, spielt hier draußen keine Rolle und so führen diese mehrtägigen Touren nicht nur dazu sich selbst wahrzunehmen, wie Jacques Mayol es ausdrückte, sondern sich selbst in der Natur zu beobachten.

Was brauche ich wirklich zum Glücklichsein?

Meistens merkt man, dass je mehr Natur wir in unser Leben lassen, desto weniger wichtig werden Smartphones und Soziale Medien. Wer möchte denn Katzenvideos auf Instagram anschauen, wenn er dadurch die Sternschnuppen über sich verpasst?

Flowdiving nennt man den Bewegungsablauf beim Seatrekking. Hierbei wird ähnlich, wie bei ziehenden Meeressäugern ein Teil der Strecke unter Wasser und atmend über Wasser zurück gelegt.


In der Natur bestehen zu können und sich dabei wohl zu fühlen, das verändert einen.

Wir lernen uns dabei selbst kennen und trauen uns mehr zu. Nicht nur Selbstwahrnehmung und Selbstbewusstsein, sondern Selbstvertrauen wird dadurch verbessert bzw. aufgebaut.


Diesen September waren es übrigens Davosa Markenbotschafter Luca Tribondeau und seine Freunde, die uns auf die Seatrekking Tour begleiteten. Allesamt Menschen der Berge, Bergführer, Kletterer, Free Skier und vieles mehr. Eine tolle Gruppe, die vermutlich, all das was ich im Meer und in den Seen finde, fast wortgleich über die Berge sagen würden. Der Natur ausgesetzt zu sein und dabei stark bei sich zu bleiben und eine innere Ruhe zu wahren, das stelle ich mir vor ist auch in den Bergen wichtig.


Luca ist ein sensationeller Fotograf und ich bin total happy, dass wir einmal gemeinsam auf Tour sind und ich bin noch glücklicher darüber, dass die Tour in meinem Element - dem Wasser und nicht in seiner bevorzugten Umgebung den Bergen stattfindet.


Bei der Davosa Apnea ist die Krone oben angebracht, angelehnt an das Kronen Chakra im Pranyama, dem Atemteil des Yogas. Dieses Chakra (Energiezentrum) steht für die Verbindung mit dem Universum, oder mit dem Ozean.


Die Farbgebung des Ziffernblattes in Verbindung mit dem Sekundenzeiger hilft es den Atemrhythmus bei der Wechselatmung einzuhalten. Eine Atemmeditation die zur geistigen Ruhe führt.


Wir sind einige Tage unterwegs und genießen die Sonne, die Natur und das Miteinander und natürlich den Ozean, der so groß ist, dass wir uns sehr klein vorkommen. Ich glaube, es ist gut, sich nicht so wichtig zu nehmen. Und ich glaube im Angesicht des Ozeans fühlen nicht nur wir uns klein, sondern auch unsere Probleme scheinen dann nicht mehr so groß zu sein. Astronauten, die vom Weltall auf unsere Erde schauen, berichten von einem „Overview-Effekt".

 
Die Farbe blau wirkt beruhigend und harmonisierend und fördert die Meditation


Nichts geschieht nebenher - Das gemeinsame Essen ist ein Highlight und rund um das Feuer können tiefe Gespräche entstehen.


Die Erkenntnis, wie zerbrechlich und wertvoll unsere Erde in dem unwirtlichen und lebensfeindlichen Weltraum ist, führt zu einer Art Gemeinschaftsgefühl mit allen Menschen auf der Welt, unabhängig von Ländergrenzen, Glauben und Hautfarbe. Die Erde aus dem Weltraum zu sehen, das scheint etwas mit einem zu machen. Und ich glaube mit dem Ozean ist es ganz ähnlich, wer den Ozean wirklich in seiner Größe und Tiefe am eigenen Leib erfasst hat, der ist von da an auf einer anderen Bewusstseinsebene.


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